Wenn Macht moderiert


Ein Forscherteam der Universität Oxford hat eben am Beispiel wichtiger Wahlen in Frankreich, Großbritannien und Deutschland für 2017 untersucht, in welchem Ausmaß Social Media-Plattformen wahlbezogene Inhalte gesperrt haben und welcher Art diese waren.

Marlis Prinzing | DER TAGESSPIEGEL

Allein Twitter hat 5,6 Prozent der Nutzenden, die sich zu diesen Wahlen geäußert haben, gesperrt. Nur hinter 0,67 Prozent der gesperrten Konten steckten mutmaßliche oder potenzielle Bots. Die meisten gesperrten Konten haben Menschen betrieben. Sie posteten sehr häufig zu kontroversen Themen wie Immigration und Religion und rückten bestimmte, häufig im rechten Spektrum angesiedelte Personen in den Vordergrund. Viele gesperrte Inhalte stützten populistische Parteien auf der linken wie auch der rechten Seite, führten also die Nutzenden weg von den etablierten Parteien. Die genauen Effekte der Verbreitung dieser Inhalte misst die Studie zwar nicht. Aber schon das hohe Aktivitätsniveau von mehr als drei Millionen Tweets (also 4,2 Prozent der Gesamtzahl) legt nahe, dass sie wirkten, indem sie spaltende Themen auf Twitter sichtbarer machten und die Polarisierung der Wählerschaft vertieften.

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