Helfer zweiter Klasse


Die Bundeswehr ist aus Afghanistan abgezogen, doch viele Helfer bleiben zurück. Wer etwa über lokale Dienstleister beschäftigt wurde, hat kaum Chancen auf ein Visum – und bangt nun um sein Leben.

Angelika Henkel | tagesschau

Abbas ist in Sicherheit. Gemeinsam mit seiner Frau durfte er nach Deutschland einreisen, weil er von den Taliban als Verräter angesehen wird. Er war als Sportwart in einem Fitnessstudio der Bundeswehr beschäftigt und ist einer derjenigen, die nach dem Abzug der Truppen aus Afghanistan ein Visum bekommen haben. In der kleinen Wohnung in Lage (NRW) hat er alle Dokumente vor sich ausgebreitet. Auch die Schreiben, in denen die Bundeswehr ihm und seinen Bruder Elyas für die zuverlässige Zusammenarbeit dankt und „alles Gute für die Zukunft“ wünscht. Ihre Nachnamen wollen sie aus Sicherheitsgründen nicht nennen.

Elyas aber ist noch in Afghanistan. Und nach eigenen Angaben in großer Gefahr. Elf Jahre hat er „im Camp“ gearbeitet, die meiste Zeit war er allerdings über einen örtlichen Dienstleister angestellt, nicht direkt bei der Bundeswehr. Im Alltag spielte das keine Rolle. Abbas: „Wir haben beide für die gleiche Sache gearbeitet. Zwischen Küche, wo er tätig war und Fitnessstudio lagen 30 Meter. Wo ist der Unterschied zwischen ihm und mir? Ich kann das nicht verstehen.“

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