Missbrauch in Polen: 29 Prozent der Beschuldigten sind Geistliche


Die staatliche Aufarbeitungskommission, die den sexuellen Missbrauch an Kindern in Polen untersucht, hat erste Zahlen vorgelegt: In 100 von 349 Fällen ist der Beschuldigte ein Geistlicher. Auch vom Vatikan seien Daten angefordert worden.

katholisch.de

Polens staatliche Aufarbeitungskommission für sexuellen Kindesmissbrauch hat am Montag einen ersten ausführlichen Bericht vorgelegt. In rund 29 Prozent der Fälle, die der Kommission bislang gemeldet oder von ihr selbst aufgenommen wurden, ist demnach der Beschuldigte ein Geistlicher: in 100 von 349 Fällen. Bei 68 Beschuldigten handele es sich um einen Elternteil, bei 36 um einen anderen Verwandten.

Die vom Parlament beschlossene Aufarbeitungskommission erfasst seit November Fälle von Missbrauch von Kindern unter 15 Jahren. Die Analyse aller bis Ende Juni registrierten Fälle ist ein Schwerpunkt des mehr als 250 Seiten langen Berichts. Die Kommission empfiehlt unter anderem, dass die Justiz diese Strafverfahren mit Priorität durchführt und ein Kinderanwalt eingeführt wird.

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