Britische Kriminelle auf Bewährung sollen künftig Warnwesten tragen


Die britische Regierung will Kriminelle mit schärferen Gesetzen überwachen. Bürgerrechtler und Polizeivertreter kritisieren die Maßnahmen als diskriminierend.

DER TAGESSPIEGEL

Der britische Premierminister Boris Johnson (r.) und Innenministerin Priti PatelFoto: Yui Mok/AFP

Stärkere elektronische Überwachung und mehr Befugnisse für die Polizei: Mit schärferen Gesetzen will die konservative britische Regierung künftig Kriminelle überwachen und Verbrechen verhindern. Geplant ist etwa eine Art öffentlicher Pranger.

Wer auf Bewährung frei kommt, soll unbezahlte, gemeinnützige Arbeit leisten – Graffiti entfernen, Müll einsammeln, Kanäle reinigen – und dabei eine Warnweste tragen. „Die Absicht ist, den Preis der Kriminalität sichtbar zu machen“, zitierte die Zeitung „Guardian“ am Dienstag eine Quelle aus dem Innenministerium.

Opposition und Bürgerrechtler, aber auch Polizeivertreter kritisieren die Maßnahmen als diskriminierend, populistisch und untauglich. Doch Innenministerin Priti Patel, die sich gerne als Hardlinerin gibt, sieht sich ganz nah an der Bevölkerung.

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