Bibelzitat in Plädoyer: Verfahren gegen Staatsanwalt eingestellt


Im Fall eines Staatsanwaltes, der in einem Prozess wegen Kindesmisshandlung aus religiösen Gründen eine milde Strafe gefordert haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg ein behördeninternes Disziplinarverfahren eingestellt.

evangelisch.de

Der Anklagevertreter habe weder Gewalt gegen Kinder bagatellisieren noch begangenes Unrecht relativieren wollen, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. Zunächst hatte die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ über die Einstellung des Verfahrens berichtet.

In der Verhandlung, einem Berufungsprozess, ging es um einen zur Tatzeit 55-jährigen Familienvater, der seine Kinder geschlagen hatte. Der Staatsanwalt habe sich dabei in seinem Plädoyer auf den Bibelsatz „Wer sein Kind liebt, der züchtigt es“ berufen, berichtete die Oldenburger „Nordwest Zeitung“ im Oktober. Er habe die Taten des Angeklagte zudem mit den Worten relativiert, es sei noch gar nicht so lange her, da sei das Schlagen der eigenen Kinder erlaubt gewesen.

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