Das Leiden der Kinder von Lambeth


Ein Bericht offenbart, wie bis Ende der 1990er Jahre Pflegekinder grausam missbraucht wurden. Viele von ihnen sind Schwarz.

Daniel Zylbersztajn-Lewandowski | taz

Lambeth in Brixton, London: Hier fanden Gewalt und Übergriffe in den Kinderwohnheimen statt Foto: Andy Rain/epa

Kinder als Spielfiguren in einem giftigen Machtkampf: So lautet das Urteil von Professorin Alexis Jay, Vorsitzende einer langjährigen und tiefgehenden Untersuchung zur Aufarbeitung historischer Sexualverbrechen an Kindern im Vereinigten Königreich, in einem Bericht über Missbrauch an Pflegekindern zwischen 1960 und Ende der 1990er Jahre im Südlondoner Bezirk Lambeth. Die Schilderungen wiederholter und grausamer Vergewaltigungen wehrloser Kinder, manche keine sechs Jahre alt, lesen sich mit Abscheu und Schrecken.

705 Personen haben ausgesagt, als Kinder in Lambeths Kinderheimen und Pflegefamilien misshandelt worden zu sein. Viele sind Schwarze – Lambeth, wo das Viertel Brixton liegt, hat einen der höchsten schwarzen Bevölkerungsanteile Großbritanniens.

Pädophile hätten freien Zugang zu Kinderheimen gehabt. Selbst bei wiederholten Anzeichen von Missbrauch sei nichts unternommen worden, so Jay.

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