Der frühere Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Chef DFB-Ethikkommission, Nikolaus Schneider, hält einen möglichen Werbevertrag des Deutschen Fußball-Bundes mit Qatar Airways für keine gute Idee.
„In den Ethik-Richtlinien des DFB steht einiges zum Thema Menschenrechte und Integrität. Katar ist ein schwieriger Partner“, sagte der Theologe in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ am Donnerstag. Er habe „schon die Vergabe der WM nach Katar für unmöglich gehalten. Nicht nur wegen der Umstände der Vergabe, die ja auch noch nicht aufgeklärt sind“, erläuterte der 73-Jährige.
„Teilnahme unter Menschenrechtsaspekten“ geht nicht
Schneider war Mitte Juni nach der Wahl der Personalberaterin Irina Kummert zur Vorsitzenden der DFB-Ethikkommission aus dem Gremium zurückgetreten. Er „bedauere – und das meine ich selbstkritisch -, dass wir als alte Ethikkommission nicht mit der DFB-Spitze darüber geredet haben, ob für unsere Nationalmannschaft ein Boykott der WM angebracht ist. Jetzt ist der Zug abgefahren, aber eigentlich geht eine Teilnahme unter Menschenrechtsaspekten nicht“, sagte Schneider.