Rudolf Bultmann: Ein evangelischer Exeget befreit die Bibel vom Mythos


„Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben.“ —

Rudolf Bultmann, Buch Neues Testament und Mythologie

Fabian Brand | katholisch.de

Rudolf Bultmann wurde am 20. August 1884 in Wiefelstede im nordwestlichen Niedersachsen geboren. Sein Vater war der evangelische Pfarrer Arthur Kennedy Bultmann, seine Mutter dessen Ehefrau Helene. Während der Vater eher einer liberalen Theologie zugewandt war, blieb die Mutter in einem pietistischen Milieu verhaftet. Schon bald wechselte die Familie den Wohnort, zunächst nach Rastede, anschließend nach Oldenburg, wo Bultmann das Gymnasium besuchte. Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass Bultmann in einem stark pietistisch geprägten Christentum in frühester Kindheit sozialisiert worden ist; erst im Laufe seiner Schulzeit und vor allem durch den Besuch des Gymnasiums, konnte er an Weite gewinnen, diese ursprüngliche Frömmigkeitsformen kritisch zu hinterfragen.

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