Transrechte: „Das macht niemand zum Spaß“


Kein Gesetz in Deutschland sei so diskriminierend wie das Transsexuellengesetz, sagt der Grünen-Politiker Sven Lehmann. Er will es schnellstmöglich abschaffen.

Patricia Hecht | taz

Der Versuch, das vierzig Jahre alte Transsexuellengesetz zu reformieren, war dieses Jahr gescheitert Foto: Joris van Gennip/laif

taz: Herr Lehmann, das Trans­sexuellengesetz ist seit 40 Jahren in Kraft. Das Bundesverfassungsgericht hat mehrere Teile davon als verfassungswidrig eingestuft. Anläufe für eine Reform sind immer wieder gescheitert, zuletzt wurde im Mai der Entwurf Ihrer Fraktion abgeschmettert. Warum ist ausgerechnet dieses Gesetz so schwer zu reformieren?

Sven Lehmann: Das frage ich mich auch. Transgeschlechtliche Menschen gelten offenbar als „exotisch“ und haben daher auch rechtlich eine Art Exotenstatus.

Inwiefern?

Es gibt für keine andere Gruppe in der Gesellschaft ein derartiges diskriminierendes Sondergesetz. Das hat auch damit zu tun, dass Transgeschlechtlichkeit jahrelang fälschlicherweise als psychische Erkrankung eingestuft wurde. Bis heute besagt das Gesetz, dass nicht die Menschen selbst über ihren Vornamen und Geschlechtseintrag entscheiden können, sondern dass dafür verschiedene externe Gutachten vorliegen müssen. Um die zu bekommen, müssen trans Personen auf intimste, entwürdigende Fragen antworten. Das ist eine Menschenrechtsverletzung.

weiterlesen