Kreis Ahrweiler wurde präzise vor Flut gewarnt


Das Landesamt für Umwelt in Rheinland-Pfalz sendete um kurz vor halb zehn am Abend relativ präzise Warnungen nach Ahrweiler. Trotzdem wurde erst um 23 Uhr der Katastrophenfall ausgerufen und evakuiert.

Julian Staib | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Überflutet: Der Ort Altenahr im Kreis Ahrweiler am Abend des 15. Juli Bild: dpa

Der Krisenstab des von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Landkreises Ahrweiler wurde präzise vor dem enormen Hochwasser gewarnt, das in der Nacht auf den 15. Juli das Ahrtal verwüstete. Die Kreisverwaltung erhielt neben online veröffentlichten Informationen im Laufe des Abends mehrere automatisierte E-Mails des zuständigen Landesamts für Umwelt, in denen auch der prognostizierte enorme Pegelstand von fast sieben Metern mitgeteilt wurden. Das sagte ein Sprecher des Landesamts der F.A.Z. Trotzdem rief der Kreis bis in den späten Abend nicht den Katastrophenfall aus und leitete zunächst keine Evakuierung ein.

In der Nacht auf den 15. Juli hatten Wassermassen das Ahrtal verwüstet. 135 Menschen starben, 766 wurden verletzt, 59 werden noch immer vermisst. Die Fluten trafen die meisten Menschen unvorbereitet. Dabei hatte das Landesamt für Umwelt schon am Nachmittag des 14. Juli Prognosen veröffentlicht, die den Pegel des sogenannten Jahrhunderthochwasser von 2016 (3,7 Meter) bei weitem überstiegen.

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