20 Jahre Lebenspartnerschaftsgesetz: Gegen den Willen der katholischen Kirche


Es war eines der großen Reformprojekte der rot-grünen Bundesregierung: das Gesetz zur Lebenspartnerschaft, der staatlichen Anerkennung homosexueller Paare. Vor 20 Jahren trat es in Kraft – gegen den Willen der katholischen Kirche.

Birgit Wilke | katholisch.de

Für Schwule und Lesben bedeutete es eine Revolution: Erstmals konnten sie ab dem 1. August 2001 ihre Partnerschaft staatlich eintragen lassen. Sie erhielten Rechte – etwa ihren kranken Partner oder ihre kranke Partnerin in der Klinik zu besuchen. Die rot-grüne Bundesregierung hatte damit gegen die Stimmen von Union und FDP zugleich eines ihrer wichtigsten Reformprojekte durchgebracht. Zuvor hatte es heftige Diskussionen gegeben; sogar der damalige Papst Johannes Paul II. (1978-2005) hatte sich eingeschaltet und die katholischen Abgeordneten aufgefordert, gegen das Gesetz zu stimmen.

Beschwerden der Bundesländer Bayern, Sachsen und Thüringen gegen das Gesetz wies das Bundesverfassungsgericht ab. Stattdessen erhielten homosexuelle Paare nach und nach durch Entscheidungen des Gerichts mehr Rechte – etwa 2009 bei der Frage der Hinterbliebenenversorgung, 2010 bei der Erbschaftssteuer oder 2012 beim Beamtenrecht.

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