Kanada: Demonstration für unabhängige Ermittlungen zu anonymen Gräbern indigener Kinder


In der kanadischen Hauptstadt Ottawa haben hunderte Demonstranten nach der Entdeckung anonymer Gräber indigener Kinder eine unabhängige Untersuchung gefordert.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Gelände des Umerziehungslager „Kamloops Indian Residential School“ in der gleichnamigen Stadt in der Provinz n der Provinz British Columbia im Westen Kanadas (AFP / Cole Burston)

Sie versammelten sich auf dem Parlamentshügel und sprachen sich für die Einsetzung eines Sonderstaatsanwalts aus, dessen Arbeit zudem von internationalen Beobachtern begleitet werden müsse. Gegen eine Aufarbeitung von Verbrechen gegen indigene Völker dürfe es nun keine Ausreden mehr geben. Zu dem Protest hatte unter anderem die oppositionelle sozialdemokratische Partei NDP aufgerufen. Seit Ende Mai werden in Kanada immer wieder anonyme Gräber in der Nähe ehemaliger Internatsschulen gefunden. In solche waren seit 1874 rund 150.000 indigene Kinder in kirchliche Heime geschickt worden, um sie von ihrer Familie und Kultur getrennt zur Anpassung an die weiße Mehrheitsgesellschaft zu zwingen.

Viele wurden misshandelt oder sexuell missbraucht. Die letzten dieser Schulen schlossen erst in den 90er Jahren.