„Philosophie hat kein Ergebnis“


Philosophie als Meditation: In einem Radiointerview von 1960 beschreibt der Philosoph Karl Jaspers die Grundzüge seines philosophischen Denkens und stellt sie dem Marxismus gegenüber. Dessen Bild von wissenschaftlicher Philosophie hält er für falsch.

Karl Jaspers im Gespräch mit Thilo Koch | Deutschlandfunk Kultur

Für Karl Jaspers folgt Geschichte keinen logischen Notwendigkeiten – und selbst wenn, könnte der Mensch sie nicht erkennen. (picture alliance / Imagno / Franz Hubmann)

Der Philosoph und Psychiater Karl Jaspers (1883–1969) war nicht nur einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Existenzphilosophie, sondern auch einer der führenden öffentlichen Intellektuellen der jungen Bundesrepublik.

Immer wieder äußerte sich Jaspers in Radio- und Fernsehauftritten zu Themen der Zeit: Wider den vorherrschenden Geist der Verdrängung der deutschen Schuld sprach er sich für eine Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus aus, er plädierte früh dafür, die Existenz der DDR als zweiten deutschen Staat zu akzeptieren und er wandte sich kritisch gegen die Notstandsgesetzgebung der 1960er-Jahre.

Es gibt keine historische Notwendigkeit

In einem von Thilo Koch geführten Radiointerview des NDR aus dem Jahr 1960 entwirft Jaspers noch einmal die Grundlinien seines philosophischen Denkens und stellt sich der Frage, was Philosophie heute leisten kann. In diesem Zusammenhang setzt sich Jaspers auch ausführlich mit der Philosophie von Karl Marx auseinander, die in gewisser Weise ein Gegenbild zu seinem eigenen philosophischen Weltbild darstellt.

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