Oberlandesgericht München: Richter holt sich Kinderpornos aus Strafakten


Bei dem hochrangigen Juristen wurden mehr als 4000 Dateien mit kinderpornografischem Material gefunden. Er ist nun zu einer Geldstrafe verurteilt worden – womit er Glück hatte.

Florian Fuchs | Süddeutsche Zeitung

In vier Fällen besorgte sich der ehemalige Richter aus einschlägigen Strafakten kinderpornografisches Material (Symbolbild). (Foto: dpa)

Er hat zahlreiche prominente Fälle verhandelt, nun ist er selbst verurteilt worden: Ein früherer Richter des Oberlandesgerichts München hat seinen Job verloren, weil Ermittler bei ihm mehr als 4000 Dateien mit kinderpornografischem Material entdeckten. Der 59-Jährige hat sich Material aus dem Darknet und in vier Fällen sogar aus einschlägigen Strafakten besorgt, auf die er wegen seiner beruflichen Stellung Zugriff hatte. Der Mann ist nun zu einer Geldstrafe verurteilt worden, womit er Glück hatte: Der Strafrahmen für derartige Vergehen ist kürzlich angehoben worden, auf eine Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr – die Strafverschärfung galt in diesem Fall knapp nicht.

„Auch dieses Verfahren beweist, dass die Täter im Deliktsbereich Kinderpornografie aus allen gesellschaftlichen Schichten kommen“, sagt Thomas Goger, Oberstaatsanwalt der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg. Dort ist die bayerische Zentralstelle Cybercrime angesiedelt, Goger verantwortet die Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet. Die Ermittlungen gegen den Richter, der lange in Augsburg gearbeitet hat, starteten im Mai 2020 nach Auskunft Gogers aufgrund von Hinweisen aus dem Ausland.

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