Schwangerschaftsabbrüche in Bayern: Zurück zum Engelmacher?


Frauen, die in Bayern abtreiben wollen, haben es nicht leicht: Die Praxen werden weniger, die Kliniken drücken sich. Und der Staat? Schaut zu.

Dominik Baur | taz

Pro Choice: Protest gegen eine Abtreibungsgegner-Demo in München Foto: Sachelle Babbar/imago

Eigentlich war es ja nicht mehr als eine Art Erinnerungsservice. Mit ihrem Antrag vom 27. April erinnerte die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag die Staatsregierung lediglich an ihre Verpflichtung, für ein ausreichendes Angebot an Einrichtungen zu sorgen, die im Freistaat Schwangerschaftsabbrüche anbieten. Denn so steht es im Paragraf 13 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes: „Die Länder stellen ein ausreichendes Angebot ambulanter und stationärer Einrichtungen zur Vornahme von Schwangerschaftsabbrüchen sicher.“

Stellen sie? Nein, stellen sie eben nicht, beklagt nicht nur die SPD. Auch Verbände wie Pro Familia und Mediziner sind mit der Situation, freundlich formuliert, unzufrieden.

Das gilt nicht nur für Bayern. In allen katholisch geprägten Regionen Deutschlands mussten Frauen schon immer weit fahren, bis sie einen Arzt oder eine Klinik fanden, in denen ihnen geholfen wurde. Und in anderen Gegenden, auch in liberalen Großstädten, fehlt immer häufiger ärztlicher Nachwuchs, der den Eingriff anbietet.

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