Mouhanad Khorchide warnt vor Muslimbruderschaft


In der Rheinischen Post bezeichnete der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide die Muslimbruderschaft am Samstag als „Gefahr für die Demokratie“. Dabei verwies er auch darauf, dass diese im Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) vertreten sei und forderte das Ende „jeglicher Zusammenarbeit mit solchen Organisationen“. „Damit hat er natürlich recht, nur hält er sich selber nicht daran“, wundert sich Sigrid Herrmann-Marschall. Die Islamismus-Expertin kritisiert seit geraumer Zeit, dass es insbesondere in Nordrhein-Westfalen zur Normalität geworden ist, vor der Muslimbruderschaft zu warnen, aber gleichzeitig mit Personen aus diesem Milieu zu kooperieren. 

Red. / Sigrid Herrmann-Marschall | hpd.de

Prof. Dr. Mouhanad Khorchide ist Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster. Foto: Daniela Wakonigg

In seiner Kolumne in der Rheinischen Post bezeichnete der österreichische Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide die Muslimbruderschaft am Samstag als „Gefahr für die Demokratie“. Indirekt forderte der in Münster lehrende Professor das Ende jeglicher Zusammenarbeit: „Die Muslimbruderschaft ist im Zentralrat der Muslime (ZMD) vertreten und somit Teil der islamischen Strukturen in Deutschland. Vielen Akteuren im Land fehlt die notwendige Sensibilität dafür zu erkennen, dass es sich hierbei um eine für das friedliche Zusammenleben gefährliche und in vielen islamischen Ländern als islamistisch eingestufte Organisation handelt, die überall anstrebt, einen Staat im Staat zu errichten. Es ist an der Zeit, jegliche Zusammenarbeit mit solchen Organisationen in Deutschland zu stoppen, denen die Demokratie lediglich als Mittel zum Zweck dient.“ 

„In der Sache hat Mouhanad Khorchide natürlich völlig recht. Nahezu alle, die sich in ernsthafter und seriöser Form mit Islamismus beschäftigen, allen voran die Verfassungsschützer, haben schon seit Jahren Konsens, dass man mit der Muslimbruderschaft nicht zusammenarbeiten darf. Und in diesem Kontext darf auch der ZMD nicht unerwähnt bleiben. Nur geht Herr Khorchide da selber mit einem eher schlechten Beispiel voran“, wundert sich Sigrid Herrmann-Marschall. Dabei verweist die im Raum Düsseldorf ansässige Islamismus-Expertin auf den Verein Begegnen, in dessen Vorstand auch Khorchide sitzt.

Der Verein Begegnen  Für Toleranz in NRW wird laut eigenen Angaben von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) gefördert. Wie eng der Verein mit dem Land Nordrhein-Westfalen verbunden ist, erkennt man auch daran, dass dessen Gründungsversammlung in der Staatskanzlei stattgefunden hat. Vereinsvorsitzender ist Walter Homolka von der Union progressiver Juden, Schriftführerin ist die FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Als stellvertretende Vereinsvorsitzende fungieren Samir Bouaissa sowie Mouhanad Khorchide. Der CDU-Kommunalpolitiker Bouaissa ist auch Landesvorsitzender des ZMD sowie stellvertretender Vorsitzender der Islamischen Gemeinde Wuppertal, zu der die dortige Abu-Bakr-Moschee gehört. Die Moschee ist seit Jahren wegen Bezügen zur Muslimbruderschaft bekannt.

weiterlesen