Theologe mit Nazivergangenheit: Kittel und sein Standardwerk


Schönfelder, Maunz, Palandt: Der C.H.-Beck Verlag will seine nach NS-Juristen benannten Standardwerke umbenennen, etwa den Kurzkommentar zum BGB oder den Standardkommentar zum Steuerrecht. Auch in der Theologie gibt es vergleichbare Nazi-Altlasten.

Barbara Schneider | BR24

Das Theologische Wörterbuch zum Neuen Testament, kurz: „der Kittel“. ©wbg academics Bildrechte: wbg academics

Das Theologische Wörterbuch zum Neuen Testament ist ein Standardwerk an evangelischen Fakultäten hierzulande. Das Nachschlagewerk ist eng mit dem Namen des Tübinger Neutestamentlers Gerhard Kittel verbunden, der die ersten Bände herausgegeben hat. Was nur den wenigsten bewusst ist: In der NS-Zeit war Kittel ein glühender Judenfeind und Nationalsozialist.

„Nach 1933 ist Kittel in einer sehr energischen Weise explizit antisemitisch aktiv geworden“, sagt der Marburger Professor für Neues Testament Lukas Bormann. Im Mai 1933 sei Kittel in die NSDAP eingetreten und habe eine Schrift verfasst, in der er aus heutiger, aber auch damaliger Sicht empörende Ansichten über die Stellung der Juden in Deutschland formuliert habe. „Etwa, dass jüdische Menschen keine deutsche Literatur schreiben sollten“, so Bormann.

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