Die Union wird das Thema Maaßen nicht los


Bildungsministerin Anja Karliczek wollte in Berlin über Projekte gegen Antisemitismus sprechen. Doch dann ging es um Maaßen. Karliczek war genervt.

Frank Jansen | DER TAGESSPIEGEL

Den Schattenmann wird die Union nicht los. Bei einer Pressekonferenz von Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) zum Thema…Foto: Axel Schmidt/REUTERS

Es ist offenbar unvermeidlich in diesen Tagen, dass beim Thema Antisemitismus auch über Hans-Georg Maaßen gesprochen wird. Der Ex-Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, heute CDU-Kandidat in Südthüringen für den Bundestag, hat mit umstrittenen Äußerungen reichlich Wirbel verursacht. Der Chef des Thüringer Verfassungsschutzes warf im Juni Maaßen sogar vor, „klassische antisemitische Stereotype“ zu verwenden. Maaßen hatte in einem Essay für das neurechte Magazin „Cato“ über „globalistische Kräfte“ geraunt, die „eine neue Weltordnung radikal“ verwirklichen wollten. Maaßen wies Kramer Kritik als „Blödsinn“ zurück. Doch der Text in „Cato“ erinnert den Verfassungsschützer und weitere Kritiker Maaßens an antisemitische Parolen vom Streben „der Juden“ nach Weltherrschaft. Kramer betonte, er hätte sich gewünscht, die Antisemitismusbeauftragten hätten sich der Bewertung von Maaßens Ansichten angenommen. Das ist nun im Einzelfall geschehen. Allerdings ungeplant.

weiterlesen