SPD setzt auf „Negative Campaigning“: Tabubruch im Wahlkampf


Die religiöse Überzeugung von Gegnern im Wahlkampf zu thematisieren – dafür scheuten deutsche Regierungsparteien bislang zurück. Ein Video der SPD aber tut nun genau das.

Hans Monath | DER TAGESSPIEGEL

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil stellt die Wahlkampagne seiner Partei vor – darunter einen umstrittenen Videofilm.Foto: Thomas Imo/imago images/photothek

Generalsekretär Lars Klingbeil strahlte vor Stolz, als er diese Woche im Berliner Kino Delphi Lux die Wahlkampagne der SPD präsentierte. Das Echo im abgedunkelten Saal 6 des Kinos und in der Presse auf Slogans, Bildmotive und Plakate mit Olaf Scholz, dem „Zugpferd“ (Klingbeil) des Wahlkampfes fiel positiv aus. Doch gleichzeitig steht der Verdacht im Raum, dass die SPD-Werbeagentur „BrinkertLück Creatives“ zu den Mitteln des „Negative Campaigning“ gegriffen hat, um Unionskanzlerkandidaten Armin Laschet in schlechtem Lichte dastehen zu lassen. Dazu thematisiert sie die Religion eines engen Mitarbeiters des CDU-Politikers – bislang ein Tabu im Wahlkampf deutscher Regierungsparteien.

Auf der Leinwand des Delphi-Kinos zeigte Klingbeil nämlich auch einen Spot, der anhand von Matroscka-Puppen die wahre Natur des Unions-Kanzlerkandidaten enthüllen will. Die größte Puppe ziert ein Foto Laschets, die Off-Stimme sagt: „Wer Armin Laschet von der CDU wählt …“ Während eine Hand die Laschet- Puppe hochhebt und auf der Puppe unter ihr das Gesicht von Friedrich Merz erscheint, geht es weiter „..wählt eine Politik, die Reiche reicher und Arme ärmer macht“. Unter der Merz-Puppe erscheint eine Puppe mit dem Gesicht von Hans- Georg Maaßen, während die Stimme vor Kandidaten warnt, welche die CDU an den rechten Rand rücken.

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