Die Bibliothek in Tempelhof ist das Ziel von Attacken, die mutmaßlich von Rechtsradikalen stammen. Auf den jüngsten Vorfall reagiert der Leiter mit einem Appell.
Frank Bachner, Ingo Salmen | DER TAGESSPIEGEL

In der Zentralbibliothek des Berliner Bezirks Tempelhof-Schöneberg sind sieben Bücher, mutmaßlich von einem oder mehreren rechtsgerichteten Tätern, zerstört worden. Dies bestätigte Matthias Steuckardt (CDU), der Bezirksstadtrat für Kultur, dem Tagesspiegel. Unter den Büchern sind Titel, die sich kritisch mit rechten gesellschaftlichen Tendenzen auseinandersetzen, und Biografien aus der Geschichte des Sozialismus. Der Leiter der Stadtbibliotheken des Bezirks, Boryano Rickum, hatte die Zerstörung am Mittwochabend auf Twitter bekanntgemacht und angeprangert.
„Die Veröffentlichung ist mit meiner Zustimmung erfolgt“, sagte Steuckardt. Die Zerstörungen sind in der Bibliothek in der Tempelhofer Götzstraße bereits am 27. Juli aufgefallen, allerdings habe das Team der Bibliothek gezögert, sie öffentlich zu machen, um damit dem Täter oder den Tätern keine Aufmerksamkeit zu verschaffen, sagte Steuckardt.