Impfgegner in Indonesien: Halal impfen


Indonesien ist eines der neuen Zentren der Covid-19-Pandemie. Antichinesische Einstellungen und islamische Vorbehalte gegen Impfstoffe tragen neben fehlender medizinischer Ausstattung dazu bei.

Antja Missbach | jungle world

Für Schutz und Huhn. Dieser Imam aus dem Dorf Sindanglaya in Westjava bekam als Belohnung für seine Impfwilligkeit eine Henne geschenkt, 15. Juni Bild: Reuters / Willy Kurniawan

Über 33 000 neue Erkrankungen an Covid-19 und über 1 700 Todesfälle pro Tag – das meldeten die indonesischen Behörden in der ersten Augustwoche, nicht zuletzt weil auch dort inzwischen die Delta-Variante des Virus vorherrscht. Der Inselstaat Indonesien ist innerhalb der vergangenen zwei Monate zum neuen Zentrum der globalen Sars-CoV-2-Pandemie geworden. Da die Testkapazitäten unzureichend sind, muss man davon ausgehen, dass die tatsächliche Zahl der Erkrankten weitaus höher liegt.

Seit Beginn des Jahres sind mindestens 102 000 Tote zu beklagen, vor allem in den dichtbesiedelten Teilen der Insel Java. Allerdings ist auch diese Zahl mit Skepsis zu betrachten, da viele Menschen zu Hause sterben, ohne dass ihre Covid-19-Erkrankung offiziell registriert wird. Bestattungsunternehmen berichten von einer enormen Zunahme der Aufträge. Zu Beginn der Pandemie starben vor allem alte Menschen, doch die Zahl der in jungen Jahren an Covid-19 Gestorbenen steigt; mittlerweile sind mehr als ein Zehntel aller Todesopfer von Covid-19 Kinder und Jugendliche.

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