Arbeit ist wichtig, heißt es in der Bibel. Im Paradies war sie unbeschwert, nach der Vertreibung daraus voller Mühe. Im Protestantismus wendete sich das Blatt: Arbeit konnte Berufung werden, aber Arbeitseifer damit auch zur gottgegebenen Pflicht.
Christian Berndt | Deutschlandfunk Kultur

Ora et Labora, bete und arbeite, gilt als Leitspruch des Benediktinerordens: Die Arbeit ist dem Gebet gleichwertig und hatte nicht nur bei den Benediktinern einen hohen Stellenwert.
„Arbeit ist die Grundlage von Leben, und deswegen nimmt es nicht Wunder, dass sich alle Religionen in der einen oder anderen Form mit Arbeit auseinandergesetzt haben“, sagt der Religionswissenschaftler Jörg Rüpke. „Wenn man bei Konfuzius schaut, dann findet man schon früh Aussagen über Pflichten, und wenn er von Pflichten spricht, geht es da natürlich auch um Arbeit.“
Arbeit an der Schöpfung
Gerade in der jüdisch-christlichen Überlieferung spielte die Arbeit von Beginn an eine besondere Rolle, so Rüpke: „Wenn wir jetzt mal den Schöpfungsbericht zugrunde legen, da ist Gott eben zunächst einmal selbst derjenige, der arbeitet und Menschen in diesen Arbeitsprozess mit hineinnimmt, nämlich zur Erhaltung der Schöpfung.“