SPRECHEN SIE…WOKE?


Sie kommen nicht mehr mit, in den sozialen Medien oder im Gespräch mit Jüngeren? Hier kommt Abhilfe.

Leonie Feuerbach | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ally

Ein Ally ist ein Verbündeter. Der Begriff kommt aus der Homosexuellenbewegung. „Straight allies“ wurden Leute genannt, die selbst „straight“ sind, also heterosexuell, und sich mit sexuellen Minderheiten solidarisierten. Zum echten Ally-Dasein gehört es, sich weiterzubilden und die eigenen → Privilegien zu hinterfragen. Allys geben auch das Pronomen, mit dem sie angesprochen werden wollen, in ihrer Mail-Signatur an. Die Idee dahinter: Je normaler das wird, umso leichter wird es auch für Transpersonen, die richtige Anrede einzufordern.

alte weiße Männer

Drei Wörter, die leicht verständlich klingen, ganz anders als „Deadname“, „Flinta“ und weitere Wörter, die hier noch folgen. Ein bisschen kompliziert ist es aber auch hier. Der alte weiße Mann steht in der Diskussion über → Identitätspolitik für den Prototyp eines Menschen, der keine Diskriminierung aufgrund von unveränderlichen Merkmalen wie Geschlecht oder Hautfarbe erfährt. In Debatten wird ihm das – trotz dieser Unveränderlichkeit – oft zum Vorwurf gemacht. Er sei → privilegiert und solle deshalb nicht versuchen zu verstehen, wie sich Minderheiten fühlen, oder für sie sprechen. Neben dem tatsächlichen AWM wird mit dem Begriff oft auch eine rückständige Haltung beschrieben.

Blackfacing / Whitewashing

Angelina Jolie spielte 2008 die schwarze Journalistin Mariane Pearl: mit dunkler Schminke und krauser Perücke. Kritiker bezeichneten das wahlweise als Blackfacing, schließlich wurde Jolie das Gesicht schwarz angemalt, oder als Whitewashing, weil ein eigentlich schwarzer Charakter von einer weißen Frau dargestellt wurde. Blackfacing ist auch in Deutschland immer wieder ein Thema, zuletzt, als ein Kabarettist schwarz geschminkt als afrikanischer Diktator im Bayerischen Rundfunk auftrat und es Rassismus-Vorwürfe hagelte.

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