Blamage für Reiner Haseloff


Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt wird erst im zweiten Wahlgang für die kommende Amtszeit bestätigt. Was ist da schiefgelaufen in der neuen schwarz-rot-gelben Koalition?

Jan Heidtmann | Süddeutsche Zeitung

Freude sieht anders aus: Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) nach dem zweiten Wahlgang am Donnerstag. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)

Um 12.24 Uhr an diesem Donnerstag steht es endlich fest: Reiner Haseloff (CDU) ist der neue und alte Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Zumindest das mit dem neuen Ministerpräsidenten erschien kurzzeitig überraschend fraglich – ein Zwischenfall, der offenbar auch bei Haseloff Spuren hinterließ. Jedenfalls verzichtete er darauf, wie direkt nach einer Vereidigung üblich eine kurze Rede zu halten. „Ich bin froh, dass das jetzt hinter uns liegt“, sagte er kurz darauf im Interview.

Was hinter Haseloff und dem Magdeburger Landtag liegt, ist eine mittlere Blamage, gefolgt von einem deutlichen Denkzettel. Um zehn Uhr, so war es von der künftigen Koalition aus CDU, SPD und FDP geplant, hätte Haseloff eigentlich zu seiner dritten Amtszeit ernannt werden sollen. Tatsächlich bekam er im ersten Wahlgang gerade einmal 48 Stimmen. Das ist eine weniger als die absolute Mehrheit im Landtag. Vor allem aber sind es acht Stimmen weniger, als die künftige sogenannte Deutschlandkoalition zusammenbringen könnte.

weiterlesen