„Dragqueens, Homoparaden und Menschenrechtsideologie haben dort Sendepause“


Es ist nur den ersten Blick überraschend, dass ausgerechnet die antiislamische AfD als eine der ersten Parteien in Deutschland eine Anerkennung der Taliban-Herrschaft in Afghanistan forderte. Schließlich wurde auf rechten Internetseiten Schreckensszenarien aufgebaut, nach denen auch in den europäischen Staaten ein durch Islamisten entfachter Bürgerkrieg möglich wäre.

Peter Nowak | TELEPOLIS

(R)echte Kerle: Die Taliban leben im Grunde den Traum vieler westlicher Islamhasser, die „nebenbei“ homophob und antifeministisch sind. Foto: isafmedia / CC-BY-2.0

Auf den zweiten Blick ist die Forderung nach einer Anerkennung der Taliban durch die AfD so überraschend nicht. Schließlich hat deren Parteispitze selbst erklärt, dass es um die rasche Abschiebung Geflüchteter nach Afghanistan geht; und da solle man die Taliban-Herrschaft unabhängig von der Weltanschauung anerkennen. Schließlich hatten auch AfD-Politiker Syrien besucht und sich dort für die Rückkehr der Flüchtlinge starkgemacht. Übrigens ist die Rechtspartei mit ihrer Postion nicht sehr weit von der konservativ-grünen Regierung aus Österreich entfernt, die trotz Taliban-Herrschaft Abschiebungen nach Afghanistan nicht ausgeschlossen hat.

Nicht in deutschem Interesse

Doch es ist nicht nur die Abschiebepolitik, die AfD-Politiker für eine schnelle Anerkennung der Taliban motiviert. Wenn AfD-Rechtsaußen Björn Höcke moniert, dass der Afghanistan-Einsatz „ein Vasallendienst für die USA“ gewesen sei, dann wird ist das eine nationalistische Position, die eben erklärt, ein Militäreinsatz der Bundeswehr am Hindukusch sei nicht im deutschen Interesse gewesen. Das ist klar von einer antimilitaristischen Position zu unterscheiden, die Militäreinsätze generell ablehnt.

Zudem macht es die „ethnopluralistische“ Haltung vieler Rechter möglich, Frieden mit den Taliban zu schließen. Nach dieser Lesart gehören sie zur Tradition und Kultur der Afghanen, nur soll die eben nicht auf Europa übergreifen. Deshalb hat man dann auch keine Probleme mit Menschenrechtsverletzungen der Taliban. Doch die Position, dass es eben die spezifische Kultur in Afghanistan sei, die auch den schnellen Erfolg der Taliban möglich gemacht hat, geht weit über rechte Kreise hinaus. Der konservative Publizist Peter Scholl-Latour, der posthum noch viel Anerkennung erfährt, weil er schon vor sieben Jahren Afghanistan für „verloren“ erklärte, hatte schon immer von „den Afghanen“ geredet, die noch jede europäische Armee vertrieben hätten.

weiterlesen