Der Sektenführer Ivo Sasek und sein Propagandaapparat: Organischer Wahn


Der schweizerische Sektenführer Ivo Sasek betreibt ein Medienimperium für »Querdenker«, Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker.

Johannes Simon | jungle world

Show-Gala: Ivo Sasek (2. v. r.) in schwarzer Fliege bei der AZK-Konferenz 2019 Bild: Sreenshot

Zum Einstieg der 17. Konferenz der »Anti-Zensur-Koalition« (AZK) gab es erst  mal eine Musikeinlage. Auf der Website der AZK kann man sich Videos der Veranstaltung anschauen, sie zeigen den Auftritt eines Chors mit kleinem Orchester, die eine schwülstige »Friedenshymne« zum Besten geben. Anschließend tritt der Star des Abends auf, Ivo Sasek, ein Mann Mitte 60, der vor 13 Jahren die »Anti-Zensur-Koalition« gegründet hat. Die AZK veranstaltet regelmäßig Konferenzen, die siebzehnte war im November 2019 und damit die letzte, die vor Beginn der Pandemie stattfand. In den Videos sieht man, wie Sasek breit lächelnd in schwarzem Anzug und Fliege das Publikum begrüßt. Nach eigenen Angaben sind es 3 000 Personen, den Videos nach zu urteilen sind es wohl gut halb so viele. Die Medien verbreiteten Lügen und betrieben »Volkszerstörung«, sagt Sasek in seiner Rede, sie handelten im Auftrag »der Kriegstreiber« und der Pharmaindustrie. Impfen sei »Völkermord«.

Sasek umreißt damit schon das Programm der Konferenz. Es besteht aus einer Reihe von Vorträgen, in denen allerlei Verschwörungstheorien vertreten werden, von der Gefahr durch 5G-Strahlung bis zum Übel des Zinssystems. Prominentester Gast ist wohl die ehemalige »Tagesschau«-Sprecherin Eva Herman, die mit ihrem Lebensgefährten, dem selbsternannten »Finanzexperten« Andreas Popp, eine mit Scherzen garnierte Rede über die »Eliten« hält, die in Europa die Demokratie zerstört und die freie Meinungsäußerung unterbunden hätten.

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