Tote an polnisch-belarussischer Grenze: Zurück über die Grenze geschleift


Nach dem Tod von vier Menschen in der Grenzregion zu Belarus werden neue Details zur Leiche einer Irakerin bekannt. Viele Polen sind schockiert.

Gabriele Lesser | taz

Warschau am Montag: Gedenkveranstaltung für die vier toten Mi­gran­t:in­nen Foto: Piotr Lapinski/NurPhoto/imago

Die vier toten Flüchtlinge an der belarussisch-polnischen Grenze lassen vielen Polen keine Ruhe. „Ich schäme mich für mein Land“, sagt ein weißhaariger Mann in der Warschauer Metro und deutet auf einen Artikel in der konservativen Tageszeitung Rzeczpospolita. „Ausnahmezustand und der Tod“ heißt die Schlagzeile.

Darunter ist ein nicht mehr ganz aktuelles Bild von der Grenzsituation zu sehen: Polnische Soldaten stehen vor einer Gruppe von Flüchtlingen. Eine junge Frau versucht ihnen irgendetwas zu erklären. „Wahrscheinlich ist sie noch am Leben“, kommentiert der Mann das Bild. „Aber die tote Irakerin auf belarussischer Seite und die anderen drei Iraker auf unserer Seite – die haben wir auf dem Gewissen.“

Der Ausnahmezustand, den Präsident Andrzej Duda am 2. September über die Grenz­region zu Belarus verhängte, wirkt wie eine Nachrichtensperre. Jour­na­lis­t:in­nen haben keinen Zutritt, dürfen weder mit den Leuten vor Ort reden noch Fotos machen.

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