AfD-Lovebombing für Hans-Georg Maaßen


Im Wahlkampf-Endspurt bekommt der Ex-Geheimdienstchef und CDU-Kandidat Schützenhilfe von der AfD – und kritisiert den Umgang seiner früheren Behörde mit der ultrarechten Partei

Claudia Wangerin | TELEPOLIS

Wenn AfD-Politiker noch ein Herz haben, hat Hans-Georg Maaßen den Schlüssel dazu gefunden. Symbolbild: Nietjuh auf Pixabay (Public Domain)

Der Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke hat den ehemaligen Chef des deutschen Inlandsgeheimdienstes, Hans-Georg Maaßen voller Anerkennung als „Stachel im Fleisch der CDU“ bezeichnet. Auf dem Ticket der Christdemokraten bewirbt sich Maaßen als Direktkandidat in Südthüringen um ein Bundestagsmandat, was längst nicht von allen Spitzenpolitikern der CDU goutiert wird. Denn der ehemalige Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, der von 2012 bis 2018 sechs Jahre lang die Definitonsmacht über Extremismus in Deutschland hatte, ist mittlerweile vielen seiner Parteifreunde zu rechtslastig.

Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU), die Mitglied im „Zukunftsteam“ des Unionskanzlerkandidaten Armin Laschet ist, hat sogar indirekt dafür geworben, in Maaßens Südthüringer Wahlkreis 196 für den Gegenkandidaten der SPD zu stimmen – den Olympiasieger und früheren Biathlon-Bundestrainer Ullrich.

Maaßens Kandidatur müsse sie auch wenn sie gar nicht davon begeistert sei und sich frage, „was Herr Maaßen eigentlich in der CDU sucht“, hatte Prien vor zwei Wochen in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz erklärt. „Ich sag mal so, ich bin von Leistungssportlern immer wieder fasziniert“, fügte sie mit Blick auf den Gegenkandidaten hinzu.

AfD-Rechtsaußen Björn Höcke würde Maaßen dagegen mit offenen Armen empfangen. Der Wahlkampf, den Maaßen derzeit als Direktkandidat in Südthüringen führe, habe „nicht mehr viel mit der CDU-Programmatik zu tun“, sagte Höcke am Mittwoch vergangener Woche in Erfurt. „Es gibt viele Schnittstellen zur AfD.“

Kandidat „mit Rückgrat und politischer Erfahrung“

Wenige Tage vor der Bundestagswahl kursieren nun auch Wahlaufrufe aus den Reihen der AfD zugunsten von Maaßen. Die AfD-Fraktion im Stadtrat von Suhl forderte am Mittwoch ihre Anhängerschaft auf, nur bei der Zweitstimme die AfD anzukreuzen und ihre Erststimme „einem Kandidaten mit Rückgrat und politischer Erfahrung“ zu geben. Hans-Georg Maaßen wird in der Mitteilung des AfD-Fraktionsvorsitzenden, über die mehrere Medien berichteten, nicht namentlich genannt, allerdings kann aus AfD-Sicht in diesem Zusammenhang nur er mit „Beamter, der sich nicht für Parteipolitik missbrauchen lässt“ gemeint sein.

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