Als Neptun das Sonnensystem sprengte


Acht Planeten kreisen um unsere Sonne. Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter und Saturn waren bereits in der Antike bekannt – 1781 kam mit Uranus die erste Erweiterung des Sonnensystems hinzu. Heute vor 175 Jahren wurde mit Neptun der achte Planet entdeckt. Ein deutsch-französischer Erfolg.

Dirk Lorenzen | Deutschlandfunk

Eine 50.000 Kilometer große Gaskugel: Neptun, der äußerste Planet im Sonnensystem (NASA)

Am Morgen des 23. September 1846 traf in der Berliner Sternwarte ein Brief des französischen Mathematikers Urbain le Verrier ein. Darin bat er Johann Gottfried Galle, „Observator“ – so die damalige Bezeichnung – an der Sternwarte, um einen Gefallen: „Ich suche einen hartnäckigen Beobachter, der bereit wäre, einige Zeit einen Himmelsabschnitt zu untersuchen, in dem es möglicherweise einen Planeten zu entdecken gibt.“

Warum war Uranus verhaltensauffällig?

Le Verrier hatte bemerkt, dass der gut 60 Jahre zuvor entdeckte Planet Uranus sich nicht exakt so bewegte wie erwartet. Offenbar störte die Anziehungskraft eines bis dahin unbekannten weiteren Planeten seinen Lauf. Der äußerst begabte junge Mathematiker berechnete daraufhin die mutmaßliche Position und bat den Berliner Kollegen, am Himmel nachzusehen – denn in Paris hatte man zum einen seine Arbeit nicht sehr ernst genommen und verfügte zum anderen nicht über ein geeignetes Instrument, erklärt Felix Lühning, Wissenschaftshistoriker der Stiftung Planetarium Berlin: „Galle ließ es sich also nicht nehmen nach Rücksprache mit seinem Chef, bei Herrn Encke, und hat auch noch einen Assistenten mit dazugenommen, Henry Louis d’Arrest. Die beiden hatten, das war natürlich der große Vorteil, die neuesten Sternenkarten gerade von diesem Gebiet, wo sie suchen sollten – druckfrisch.“

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