Das Mediengesetz der Taliban


Das Taliban-Regime in Kabul hat Regeln für Journalisten verkündet. Sie schränken die Pressefreiheit massiv ein. Die Organisation Reporter ohne Grenzen befürchtet das Schlimmste.

Thore Rausch | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ein Regierungssprecher des neuen Taliban – Kabinetts (Quelle: AP Photo) Bild: AP

Etwa einen Monat nach der Eroberung Kabuls schränkt die neue Regierung der Taliban die Möglichkeiten freier Berichterstattung in Afghanistan weiterhin mit allen Mitteln ein. Am vergangenen Sonntag kündigte Qari Mohammad Yusuf Ahmadi, der Interimsdirektor des Medieninformationszentrums des Taliban-Regimes, neue Grundsätze für die journalistische Berichterstattung an. Wer als Reporterin oder Journalist arbeiten will, muss sich nun an elf Regeln halten.

Kein Zurück zur Normalität

Die ersten drei Medienregeln schreiben eine islamkonforme Berichterstattung vor, die „keine führenden Persönlichkeiten des Landes beleidigt“ oder die „Privatsphäre verletzt“. Die Grundsätze basieren scheinbar auf dem bereits bestehenden afghanischen Mediengesetz, welches sich der Einhaltung internationaler Normen wie den Menschenrechten verschreibt. Von diesen internationalen Übereinkommen ist in den neuen Medienregeln keine Rede.

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