Mond: Verschärfter Blick in Schatten-Krater


Die Sonne kann ihr Inneres nicht erhellen: Was verbirgt sich in den finsteren Kratern der Polregionen des Mondes? KI-Technologie ermöglicht nun klarere Abbildungen der dunklen Bereiche: Durch selbstlernende Algorithmen gelang es einem internationalen Forscherteam, bisher verschwommene Aufnahmen zu verschärfen und damit Kleinstrukturen sichtbar zu machen. Das Verfahren soll nun auf weitere Krater angewendet werden, um geologische Merkmale aufzudecken, die eine Bedeutung für künftige Mondmissionen haben könnten. Dabei stehen die dunklen Krater besonders im Fokus, da sie wahrscheinlich gefrorene Wasservorräte enthalten.

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Die 17 neu untersuchten verschatteten Krater und Senken befinden sich in der Nähe des Südpols des Mondes. (Bild: MPS/University of Oxford/NASA Ames Research Center/FDL/SETI Institute)

Von der Mondoberfläche gibt es bekanntlich ausgesprochen detaillierte Abbildungen. Doch bestimmte Stellen blieben bisher buchstäblich im Dunkeln: „Da das Sonnenlicht in der Nähe von Nord- und Südpol sehr flach einfällt, erreicht es den Boden einiger Krater und Senken nie“, erklärt Erstautor Valentin Bickel vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen. Für eine schwache Beleuchtung sorgt dort nur der Schimmer der Sterne sowie Streulicht. Durch lange Belichtungszeiten konnte die Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) der NASA zwar Bilder aus den Schatten-Kratern liefern – doch sie waren weitgehend unbrauchbar: „Da die Raumsonde in Bewegung ist, sind die Aufnahmen völlig verschmiert“, erklärt Co-Autor Ben Moseley von der Universität Oxford. So ließ sich bisher kaum zwischen echten geologischen Strukturen und Rauschen unterscheiden.

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