Was das Leben ausmacht


1944 stellte der Physiker Erwin Schrödinger in seinem viel beachteten Buch die Frage »Was ist Leben?«. Paul Nurse, Nobelpreisträger für Medizin, antwortet mit unserem heutigen Wissen auf diese Frage.

Larissa Tetsch | Spektrum

Bei der Suche nach einer Definition des Lebendigen findet man je nach Quelle eine Aufzählung von fünf bis sieben Merkmalen.

So muss ein Lebewesen aus Zellen aufgebaut sein, es muss wachsen, sich aus eigener Kraft bewegen, sich fortpflanzen und Reize aus der Umwelt aufnehmen können. Lebewesen haben außerdem einen eigenen Stoffwechsel – ein Merkmal, das sie von Viren unterscheidet, die deshalb konsequenterweise von den meisten Biologen nicht zu den Lebewesen gezählt werden. Eher schwammig ist die Forderung, Lebewesen müssten zur Selbstregulation fähig und einer Weiterentwicklung (Evolution) unterworfen sein.

Alte Frage in neuem Licht

All das beschreibt, was einen lebendigen Organismus von einem unbelebten Gegenstand unterscheidet. Es erklärt aber weder, was Lebewesen ausmacht, noch, wieso sie sein müssen, wie sie sind. Hinzu kommt, dass es zu fast jedem aufgelisteten Merkmal Ausnahmen gibt: So bewegen sich Pflanzen nicht – zumindest nicht vorwärts –, Bakterien wachsen nicht durch Größenzunahme, und die Definition eines eigenen Stoffwechsels verschwimmt bei einer parasitären Lebensweise. Ein komplexer Aufbau aus spezialisierten Einzelteilen, der ebenfalls manchmal gefordert wird, trifft lediglich auf höhere Lebewesen zu.

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