Afghanistan: Religionspolizei der Taliban überwacht Bartschneide-Verbot


Die Taliban beginnen mit deutlichen Einschnitten in die private Lebensgestaltung in Afghanistan. Das Bartschneiden ist mancherorts schon verboten.

Mirko Schmid | Frankfurter Rundschau

Ein Friseursalon in Kabul 2018: Vor der Machtübernahme der Taliban war ein Gang zum Barbier für viele Männer selbstverständlich. ©Wakil Kohsar/afp

Die Taliban wollten es diesmal anders machen. Ein teilweise fast staatsmännischer Auftritt, weniger martialisches Gehabe und vor allem viele Versprechen sollten die Welt davon überzeugen, dass die streng religiösen Paramilitärs gar nicht so schlimm sind. Doch nachdem sich die Taliban in den ersten Tagen nach ihrer Machtübernahme mit Eingriffen ins Privatleben des Volkes in Afghanistan noch zurückhielten, signalisieren erste Neuregelungen erneut einen Weg zurück in einen rigiden Gottesstaat.

Bekannt ist die Diskussion über die Wiedereröffnung der Mädchenschulen. Während Lehrer und Schüler bereits wieder in die Schulen geschickt werden, mussten Lehrerinnen und Schülerinnen größtenteils zu Hause bleiben. Erst auf den Druck der internationalen Gemeinschaft hin, auf deren Gelder aus Entwicklungshilfeprogrammen die Machthaber in Kabul nicht verzichten wollen, kündigten sie an, die Mädchenschulen ebenfalls wieder zu eröffnen.

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