Das monströse Verbrechen von Babyn Jar


In der Ukraine wird mit Gedenkminuten, Konzerten und Geschichtsstunden der Opfer des in der Schlucht von Babyn Jar verübten Massakers gedacht. 1941 erschossen deutsche Einsatzgruppen dort mehr als 33.000 Juden.

Christina Nagel | tagesschau

Teil des Parks in Babi Jar(Weiberschlucht) in Kiew/Ukraine. picture alliance/JOKER

Am 29. und 30. September 1941, vor 80 Jahren, erschossen SS-Einheiten in weniger als 36 Stunden mehr als 33.000 Juden in einer Schlucht nahe Kiew. Seitdem steht der Name Babyn Jar für eines der schlimmsten Massaker der Geschichte. In Kiew wird es eine ganze Reihe offizieller Veranstaltungen geben, um an das monströse Verbrechen zu erinnern. Präsident Frank-Walter Steinmeier wird am 6. Oktober an einer Gedenkzeremonie teilnehmen.

Wenn vom Holocaust die Rede sei, erklärt Ruslan Kawatsjuk vom Gedenkzentrum Babyn Jar, dann würden die meisten Menschen an Konzentrationslager denken. An Vernichtungslager wie Auschwitz: „Leider ist kaum bekannt, dass die Hälfte der Opfer des Holocaust in Osteuropa nicht in Lagern, sondern direkt am Wohnort starb. Sie wurden erschossen, so wie in Babyn Jar.“

Perfide geplanter Massenmord

Innerhalb von 36 Stunden erschossen SS-Mitglieder am 29. und 30. September 1941 in der Schlucht bei Kiew 33.771 Juden. Frauen, Männer, Kinder, Alte. Akribisch gezählt – und in Berichten festgehalten. Ein Holocaust durch Kugeln, perfide getarnt als Umsiedlung: ein monströs-effizient geplantes Verbrechen.

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