Demenzverdacht: Fußball ohne Kopfball?

Fußball

Dement durch Kopfbälle – eine Studie stellt diesen Zusammenhang her. In Großbritannien sind sie für junge Kicker bereits zum Teil verboten. Aber geht Fußball auch ohne? Ein erster Versuch rief unterschiedliche Reaktionen hervor.

Sven Lohmann, Hendrik Deichmann | tagesschau

Liverpools Mane und Leipzigs Orban springen zum Kopfball hoch. AP

Der erste lange Ball nach Anpfiff, und der Verteidiger klärt mit dem Kopf. Der Pfiff des Schiedsrichters schrillt durch das Stadion: Freistoß für den Gegner. Die Spieler müssen sich erst noch daran gewöhnen. Kopf ist wie Hand – verboten.

In Spennymoor im Norden Englands spielen lokale Größen und ehemalige Profis gegeneinander. Ein Freundschaftsspiel zwar, aber eine Spaßveranstaltung ist es nicht. Es ist ein Test mit ernstem Hintergrund. Die Initiatorin, Judith Gates, hat vor dem Spiel viele Interviews gegeben. Gerne hätte sie das auch ihren Mann machen lassen, einen ehemaligen Fußballspieler. Aber er kann das nicht mehr – er leidet an Demenz.

Und daran ist der Fußball Schuld, glaubt Gates. Ihr Mann Bill hat als Aktiver viel geköpft. Manchmal ist er nach einem Luftkampf zu Boden. Wenn der Schädel dröhnte, gab es Riechsalz, und weiter ging es. „Heute zahlt er einen hohen Preis. Er kann sich nicht mal mehr allein rasieren. Es ist, als ziehe das Leben aus seinem Körper aus“, sagt Judith Gates. Und die Gefahr bestehe für unzählige Fußballer, auch heute.

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