Erderwärmung: Exotisches vom Bauernhof nebenan


Erdnüsse statt Kartoffeln, Aprikosen statt Äpfel: In Deutschland werden auf Versuchsflächen und Feldern immer mehr exotische Früchte angebaut – eine Folge des Klimawandels.

Barbara Fuß | tagesschau

Erdnussernte. Anita Bach

Auf einem Versuchsfeld in Ruhstorf in Niederbayern erntet Klaus Fleißner dieses Jahr zum ersten Mal Erdnüsse. Fleißner ist Experte für pflanzengenetische Ressourcen an der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Er wollte herausfinden, wie wohl sich die fremden Erdnüsse in Deutschland fühlen. Denn ursprünglich stammt die Erdnuss aus Südamerika und wird vor allem in den Tropen und Subtropen angebaut. Die Hülsenfrucht liebt es warm und trocken und gilt als robust. Deshalb hat Fleißner sie ausgewählt und sich einige Exemplare aus Usbekistan schicken lassen. Zusammen mit seiner Arbeitsgruppe an der LfL sucht er in Zeiten des Klimawandels nach neuen Kulturen.

Alternative für Landwirte?

Nässe und Kälte im Frühjahr in der Keimzeit verträgt die Hülsenfrucht nicht. Im niederbayerischen Ruhstorf waren die Bedingungen aber gut – bis auf die Hasen, die alles andere für die Erdnüsse stehen ließen. Da musste ein spezieller Zaun um die Erdnüsse gebaut werden. Doch die Erne habe gestimmt: „Fürs erste Jahr bin ich top zufrieden“, sagt Fleißner. „Wenn wir jetzt noch an bessere Sorten rankommen, die verfügbar sind, und die Anbaumethoden verfeinern – ich glaube, dann kann das durchaus für unsere Landwirte hier eine Alternative sein.“

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