Wie schützen wir das Klima, wenn die Bevölkerung rasant wächst?


Eine wachsende Weltbevölkerung erlangt einen immer grösseren Wohlstand. Das schadet dem Klima. Ein Schlüssel zum Problem ist die Entwicklungspolitik.

Pauline Voss, Charlotte Eckstein, Nikolai Thelitz | Neue Zürcher Zeitung

Wie kalkuliert man den CO2-Ausstoss eines Landes? Der Ökonom Yoichi Kaya hat eine Formel dafür entwickelt. Illustration Charlotte Eckstein

«Je mehr Menschen auf der Erde leben, desto schneller schreitet der Klimawandel voran» – diese Sorge ist weit verbreitet. Und erscheint mit Blick auf die Prognosen zum Bevölkerungswachstum umso dringlicher: Leben heute knapp 8 Milliarden Menschen auf der Erde, so rechnet die Uno für das Jahr 2050 mit fast 10 Milliarden. Besonders rasant wächst die Bevölkerung in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern. Das verunsichert auch den reichen Westen: Längst geht es nicht mehr nur um die Verteilung von Ressourcen wie Wasser und Nahrung, sondern auch um die Frage, wer wie viel CO2 ausstossen darf.

Je stärker das Bevölkerungswachstum, desto höher der CO2-Ausstoss? Benjamin Schraven warnt vor solch einfachen Formeln. Der Politikwissenschafter arbeitet am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik in Bonn. Er sagt: «Man neigt oft dazu, nur zwei Variablen zu betrachten, in diesem Fall Bevölkerungszahlen und Emissionen. Doch die Zusammenhänge sind komplizierter.»

weiterlesen