Papst Franziskus erfindet die Synode neu: Geistliche und Laien aus 4000 Bistümern diskutieren ab jetzt über drängende Probleme wie sexuellen Missbrauch. Ein Umsturz ist das aber nicht.
Oliver Meiler, Annette Zoch | Süddeutsche Zeitung
Franziskus schickt seine Kirche auf eine lange Reise, mit Stufen und Etappen, wie sie das in ihrer Geschichte noch nicht erlebt hat. Zwei Jahre soll der synodale Weg der katholischen Weltkirche dauern, die Weltsynode also. Sie beginnt an diesem Samstag mit einem Workshop in der Synodenhalle im Vatikan und am Sonntag mit einer Messe des Papstes im Petersdom. Potenziell sind auf dem langen Weg alle eingeladen: 4000 Bistümer mit 1,3 Milliarden Gläubigen.
Synoden, beratende Versammlungen also, gibt es seit 1965, als Bischofssynoden, auf denen sich der Papst von ausgewählten Bischöfen beraten lässt. Franziskus erfindet sie nun neu: Diesmal nehmen Geistliche und Laien teil, außerdem soll die Beratung die ganze Welt umspannen. In der ersten Phase, die sechs Monate dauert und in einer Woche startet, werden die Ortskirchen in ihren jeweiligen Heimatländern diskutieren.