Polizei behindert mehrfach Pressearbeit und nimmt Fotografen in Gewahrsam

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Der Journalistenverband DJU zieht eine negative Bilanz der Polizeiarbeit am Samstagabend – und blickt mit Sorge auf die anstehende Räumung.

Madlen Haarbach | DER TAGESSPIEGEL

Über 1000 Menschen demonstrierten am Samstagabend gegen die Räumung des linksalternativen Köpi-Wagenplatzes. Foto: Christoph Soeder/dp

Am Rande der „United in Anger“-Demonstration gegen die Räumung des „Köpi“-Platzes hat der Journalistenverband DJU (in Verdi) am Samstagabend mindestens drei Verstöße gegen die Pressefreiheit registriert. Insgesamt seien ihm mindestens zwei grobe Behinderungen und ein tätlicher Angriff seitens der Einsatzkräfte bekannt, sagt DJU-Landesgeschäftsführer Jörg Reichel, der ebenfalls vor Ort war.

Gegen Ende der Demonstration nahmen Polizisten den Pressefotografen Ralph Pache kurzzeitig in Gewahrsam. Pache hatte zuvor beobachtet, wie ein Polizeibeamter – aus Paches Sicht unvermittelt und heftig – einen Demonstranten von hinten geschubst hatte, und die Szene anschließend fotografiert.

Der Beamte, ein Bundespolizist, habe ihn danach in aggressivem Ton aufgefordert, die Kamera wegzunehmen, und seinen Presseausweis, der an einem Band an seinem Hals hing, derart stark gepackt, dass es Pache Schmerzen verursachte. „Ich hatte den Eindruck, dass er die Kamera beschlagnahmen wollte“, schildert Pache. 

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