Zuweilen habe man „nicht einmal auf Gewalt verzichtet“: Papst Franziskus kritisiert, dass man bei der Evangelisierung oft ein einziges kulturelles Modell des Christentums durchsetzen wollte. Dabei könne der Glaube jede Kultur willkommen heißen.
Papst Franziskus hat vor einem Fundamentalismus gewarnt, der den christlichen Glauben an eine spezifische Kultur binden will. „Wie viele Fehler sind in der Geschichte der Evangelisierung gemacht worden, weil man ein einziges kulturelles Modell durchsetzen wollte“, sagte der Papst bei seiner Generalaudienz am Mittwoch im Vatikan. Zuweilen habe man „nicht einmal auf Gewalt verzichtet“, um den eigenen Standpunkt durchzusetzen.
In seiner Ansprache befasste sich Franziskus noch einmal mit dem Brief des Paulus an die Christen in Galatien. Christlicher Glaube könne „jedes Volk und jede Kultur willkommen heißen und zugleich jedes Volk und jede Kultur zu größerer Freiheit führen“. Schon damals habe Paulus sich mit Fundamentalisten auseinandersetzen müssen, die ihm vorwarfen, „er habe diese Position aus pastoralem Opportunismus eingenommen, also um es ‚allen recht zu machen'“.