Ethnologin Susanne Schröter gegen Muezzinruf in Deutschland


Die Ethnologin Susanne Schröter hat das Kölner Modellprojekt zum Muezzinruf kritisiert.

Deutschlandfunk-Nachrichten

DITIB-Zentralmoschee in Köln (imago / Jan Tepass)

Dieser beinhalte im Gegensatz zum nonverbalen christlichen Glockengeläut die explizite Botschaft, dass Allah der Größte sei, sagte die Leiterin des Forschungszentrums Globaler Islam an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main im Deutschlandfunk. Die Genehmigung des Rufs zum Freitagsgebet bedeute ein Privileg vor allem für die Vertreter eines politischen Islam wie etwa die Ditib, die Auslandsorganisation des türkischen Religionsministeriums. Schröter äußerte sich überzeugt, dass die Mehrheit der Muslime in Deutschland den Muezzinruf gar nicht wolle. Vor allem Geflüchtete hätten damit sogar teils traumatische Erfahrungen gemacht. Auch die meisten deutschen Moscheen wollten nicht öffentlich zum Gebet rufen.

Kölns Oberbürgermeisterin Reker verteidigte das Modellprojekt in ihrer Stadt dagegen. Den Muezzinruf an Freitagen zu erlauben stelle für sie ein Zeichen des Respekts dar, schrieb die parteilose Politikerin auf Twitter. Bislang hat allerdings noch keine Kölner Moschee einen entsprechenden Antrag gestellt.