Hirn-Immunzellen mit Zucker-Hunger


Zu Beginn einer neurodegenerativen Erkrankung nehmen die Immunzellen des Gehirns, die Mikroglia, verstärkt Glukose auf, zeigt eine neue Studie. Damit decken die Mikroglia womöglich einen erhöhten Energiebedarf für Abwehrreaktionen gegen die ersten krankhaften Veränderungen. Das Ergebnis ist relevant für die Interpretation von Hirnscans, die unter anderem in der Demenz-Diagnostik eingesetzt werden. Zudem könnte es dabei helfen, den Erfolg von Therapieansätzen zu kontrollieren.

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Neuer Blick aufs Gehirn. (Bild: Henrik5000/ iStock)

Die Zuckerverteilung im Gehirn gibt Aufschluss darüber, welche Regionen besonders aktiv sind. Sterben Hirnzellen in Folge neurodegenerativer Erkrankungen ab, sinkt der Zuckerbedarf in den entsprechenden Regionen. Das lässt sich mit speziellen Hirnscans, der sogenannten FDG-Positronen-Emissions-Tomographie (FDG-PET), sichtbar machen. Dabei erhält der Patient eine Lösung mit radioaktiv markierter Glukose, die sich im Gehirn verteilt. Die Strahlung, die von den Zuckermolekülen ausgeht, wird dann von einem Scanner erfasst und bildlich dargestellt. Das Verfahren wird unter anderem zur Diagnostik bei Erkrankungen wie Demenz und Parkinson eingesetzt. Allerdings zeigen sich teils paradoxe Ergebnisse, bei denen der Zuckerbedarf zunächst ansteigt statt sinkt.

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