Taliban: Getötete werden nur noch mit Richterentscheid öffentlich aufgehängt


Seit ihrer Machtübernahme hatten die Taliban vielerorts Leichen öffentlich zur Schau gestellt. Künftig braucht es dafür eine richterliche Genehmigung.

Berliner Zeitung

Taliban-Kämpfer patrouillieren in Afghanistan.  AFP/Hoshang Hashimi

Die Taliban-Regierung in Afghanistan hat das öffentliche Zurschaustellen und das Aufhängen der Leichen von Verbrechern ohne richterliche Empfehlung verboten. Das geht aus einer Anordnung der militant-islamistischen Machthaber vom späten Donnerstagabend hervor. Im islamischen Recht gibt es einige Verbrechen, bei denen eine öffentliche Zurschaustellung der Täter empfohlen werden könnte, etwa Diebstahl, Mithilfe zum Ehebruch oder zum außerehelichem Sex, Verleumdung oder Falschaussagen.

Seit ihrer Machtübernahme Mitte August hatten die Taliban in einigen Provinzen die Leichen von Menschen, die der Entführung oder des Mordes beschuldigt wurden, öffentlich aufgehängt. Dieses Vorgehen wurde sowohl im Inland als auch im Ausland stark kritisiert. Es bestätigte bei vielen zudem den Eindruck, dass sich die Taliban seit ihrer ersten Herrschaft (1996-2001) nicht verändert hätten. Damals waren öffentliche Hinrichtungen mutmaßlicher Verbrecher, das Aufhängen von Leichen oder Zerstückeln ihrer Körper gängige Praxis.

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