Wie ein verfluchtes Dorf mit Hexerei punktet


Technisch gesehen ist der kleine spanische Ort Trasmoz exkommuniziert und verflucht – wegen Hexerei. Doch die Einwohner machen das Beste daraus. Was als Provinzposse begann, soll heute mit morbidem Charme Besucher anlocken. Und das Konzept scheint Erfolg zu haben.

Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

Unter normalen Umständen würde wahrscheinlich niemand vom kleinen Dörfchen Trasmoz Notiz nehmen: Die knapp 90 Einwohner leben in der Serranía Celtibérica, einer kaum bewohnten Bergregion im Nordosten Spaniens. Die Europäische Union hat die Region sogar als „benachteiligt“ anerkannt. Und doch: Trasmoz zieht jedes Jahr ein Vielfaches seiner Einwohnerzahl als Besucher an. Diesen Segen verdanken die Menschen dort der eigenen Findungsfreude – und dem Umstand, dass der ganze Ort vor hunderten von Jahren wegen Hexerei exkommuniziert und verflucht wurde.

Doch von vorn: Vor 700 Jahren war Trasmoz ein florierender Ort, in dem Juden, Muslime und Christen friedlich zusammenwohnten. Es gab Eisen- und Silberminen, Holzwirtschaft und einiges mehr. Was das Schicksal des Ortes entscheidend bestimmen würde, waren zwei Bauwerke: Das Schloss auf einem Hügel über dem Dorf und das Kloster Veruela ganz in der Nähe. Dem Kloster war der Ort an sich schon ein Dorn im Auge, denn wegen eines königlichen Dekretes mussten die Einwohner der Kirche keine Steuern zahlen – als einzige in der Region.

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