Inhaftierte Deutsch-Iranerin: „Ich bin keine Schachbrettfigur“


Vor einem Jahr wurde die Kölnerin Nahid Taghavi im Iran festgenommen. Seitdem sitzt sie im Teheraner Frauengefängnis in Haft. Ihre Tochter fordert von der Bundesregierung ein entschiedeneres Vorgehen.

Katharina Willinger | tagesschau

Nahid Taghavi mit ihrer Tochter Mariam Claren. Mariam Claren

Das vergangene Jahr sei heftig gewesen, erzählt Mariam Claren am Telefon. „Ich kann es gar nicht in Worte fassen.“ Die Stimme der 42-Jährigen kommt kurz ins Stocken. Von Deutschland aus verfolgt sie seit nunmehr einem Jahr, was ihrer Mutter, der 67-jährigen Rentnerin Nahid Taghavi, im Iran widerfährt.

Die war am 16. Oktober 2020 in ihrer Teheraner Wohnung von Sicherheitskräften festgenommen worden, tagelang fehlte jede Spur von ihr. Die ehemalige Architektin pendelte seit vielen Jahren zwischen dem Iran und ihrer Wahlheimat Deutschland, hatte vor ihrer Festnahme laut ihrer Familie nie Probleme mit dem Sicherheitsapparat der Islamischen Republik. Was ihr vorgeworfen wird, ist zu dem Zeitpunkt unklar.

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