Patriarchale Scheinwelt


Ungleichheit zwischen Mann und Frau entspricht nicht der Natur der Menschen. Das legen Carel van Schaik und Kai Michel in ihrem Buch dar.

Marlene Krauch | Spektrum

»Wake up, Neo.« Unmittelbar zu Beginn ihres umfangreichen Buchs bringen van Schaik und Michel dieses Zitat aus dem Filmklassiker »The Matrix« an. Im Film wird Neo aufwachen und erkennen, dass die Welt, in der er lebt, eine Scheinwelt ist.

Sein Körper liegt in einem Brutkasten zur Energiegewinnung, während seinen Sinnen eine virtuelle Traumwelt präsentiert wird. Ähnlich ergeht es uns in der heutigen Zeit, so die Autoren. Laut ihnen leben wir in einer patriarchalen Matrix, der Patrix, einer »männlich deformierten Realität, die so tut, als sei sie die tatsächliche Wirklichkeit, dabei ist sie nur ein kulturelles Produkt, eine Simulation«. Wie es zu diesem komplexen, die Institutionen unserer Gesellschaft durchziehenden Gebilde kam, das untersuchen die Autoren auf spannende Weise und behalten dabei neben der kulturwissenschaftlichen Perspektive stets auch die biologische im Blick.

Carel van Schaik ist Verhaltensforscher, Evolutionsbiologe und emeritierter Professor an der Universität Zürich. Kai Michel ist Historiker, Literaturwissenschaftler und Buchautor. Als Autorenduo waren sie bereits mit dem »Tagebuch der Menschheit« erfolgreich, das sich der Bibel aus evolutionärer Perspektive widmet.

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