COVID-19-Verschwörungsmythen fördern Online-Antisemitismus


Alte und offen judenfeindliche Vorstellungen treiben im Rahmen der Corona-Krise in sozialen Medien neue Blüten, so eine neue Untersuchung.

Charlotte Jee | heise online

(Bild: dpa, Matt Rourke/AP/dpa)

Verschwörungsmythen rund um das Coronavirus und die offiziellen Maßnahmen gegen seine Ausbreitung können dazu beitragen, antisemitischen Überzeugungen ein größeres Publikum zu verschaffen. Davor warnt ein neuer Bericht der Organisation Hope not Hate.

Den Angaben zufolge hat die Pandemie nicht nur das Interesse an altbekannten Erfindungen wie der „Neuen Weltordnung“ wiederbelebt, die von einer geheimen, von Juden gesteuerten Elite schwadroniert, die die Welt regieren will. Zudem arbeiteten rechtsextreme Aktivisten daran, Überzeugungen von Menschen, die sich gegen Lockdown-Maßnahmen und Impfungen wenden, in einen aktiven Antisemitismus umzuwandeln.

Die Autoren der Untersuchung konnten auf allen neun untersuchten Plattformen, darunter TikTok, Instagram, Twitter und YouTube, problemlos Antisemitismus finden. Zum Teil werde kodierte Sprache verwendet, um eine automatische Erkennung und Sichtbarkeitsreduzierung durch Algorithmen zu vermeiden, aber vieles sei offenkundig und leicht zu entdecken. Kaum überraschend ist, dass die Autoren einen engen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß des Antisemitismus auf einer Plattform und des Intensitätsgrads der Moderation feststellten: Je laxer die Moderation, desto größer das Problem.

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