Umstrittene Kuppel des Humboldt Forums: Palast der Fußnoten

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Die kontroverse Kuppel des Humboldt Forums in Berlin lässt sich jetzt aus der Nähe betrachten. Von dort zeigt sich deutlich, was falsch an ihr ist.

Katrin Bettina Müller | taz

Wäre doch nicht nötig gewesen: Die Inschrift auf der Kuppel des Humboldt Forums Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka

Auf der Straße Unter den Linden in Berlin ist es wieder voll, die Touristen scheinen zurück. Am Samstag bogen nicht wenige ab zum Humboldt Forum. Denn erstens ist es neu eröffnet, zweitens der Eintritt noch frei, und drittens konnte man zum ersten Mal auf die Dachterrasse mit einem guten Blick auf den Lustgarten, den protzig-hässlichen Berliner Dom und die Hochhäuser der Leipziger Straße. Unten an den Aufzügen stand man Schlange, aber wer oben war, bewies Lokalkenntnis und machte den Stadtbilderklärer.

Aus der Terrasse erhebt sich die Kuppel mit einem goldenen Kreuz und einer Inschrift, die jetzt gut lesbar und furchtbar ist. Sie ist die Krönung der Falschheit auf einem Gebäude, dessen Fassade eben nur das ist, Fassade, historisches Zitat, die nicht mit den inneren Funktionen übereinstimmt.

Der Förderverein Berliner Schloss trat für die Wiedererrichtung der Kuppel ein – obwohl sie eine spätklassizistische Zutat zu dem ursprünglich barocken Schloss war – private Sponsoren zahlten.

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