Griechische Behörden unterstellen einem ganzen Dorf Halluzinationen

Bild von kalhh auf Pixabay

Am 22. September hat ein Boot mit 35 Migranten an Bord vor der Küste der griechischen Halbinsel Peloponnes einen Motorschaden. Einheimische versorgen sie mit Essen und trockener Kleidung. Dann kommen die Behörden – und die Migranten verschwinden. Auf Nachfrage heißt es: Den Vorfall hat es nie gegeben.

Verena Schälter | Deutschlandfunk

Bild: Deutschlandfunk

Vassilis Lymberis zwängt sich durch ein Loch im Maschendrahtzaun. Dahinter befindet sich ein Stück Wiese, rechts führt ein Weg zwischen Sträuchern und vereinzelten Olivenbäumen hinunter zum Meer. „An dieser Stelle sind sie den Weg hinaufgekommen. Sie haben ihre Kleidung ausgezogen, weil sie wohl nass war.“

Im vertrockneten Gras liegen ein paar Kleidungsstücke verstreut: schwarze Jeans, T-Shirts, ein Hemd, eine Jacke. Vassilis Lymberis geht ein paar Meter den Weg Richtung Meer hinunter und komm kurz darauf mit einer Plastiktüte in der Hand zurück. „Hier habe ich auch ein paar Lebensmittel gefunden – Kekse, Datteln und ein paar Früchte.“

Tatsächlich: In der Tüte befinden sich ein paar vergammelte Orangen und noch ungeöffnete Kekspackungen. Sie stammt von einem türkischen Lebensmittelgeschäft. Der Name ist deutlich zu erkennen und sogar eine Telefonnummer ist auf die Tüte gedruckt worden. Überreste eines Ereignisses, dass es nie gegeben hat – zumindest, laut griechischen Behörden.

weiterlesen