Femizide: 1700 Gefährder mussten bisher zur Beratung


Wenn ein Betretungs- und Annäherungsverbot verhängt wird, müssen Täter laut neuem Gewaltschutzgesetz zur Präventionsberatung.

Die Presse

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Nachdem sich heuer die Frauenmorde gehäuft hatten, beschloss die Regierung ein Gewaltschutz-Maßnahmenpaket. Unter anderem ist seit 1. September für jene, gegen die ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen wird, eine Gewaltpräventionsberatung verpflichtend.

Am Sonntag veröffentlichte das Innenministerium eine erste Bilanz: Seither wurden mehr als 1700 Gefährder dafür verpflichtet. Durch die Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes wurde die sechsstündige Beratung vorgeschrieben, woran sich 80 Prozent der 1700 Betroffenen hielten.
Dieser Anteil der Gefährder kommt seiner Verpflichtung also sofort nach. Laut dem Sprecher des Vereins Neustart, Andreas Zembaty, wird beim Rest die Exekutive nochmals tätig, woraufhin bis auf etwa zwei, drei Prozent auch die restlichen zum Präventionsprogramm erscheinen. So seine Beobachtung in fünf Bundesländern, in denen 70 Prozent der Betroffenen leben. Jenen, die die sechsstündige Unterweisung verweigern, droht eine Verwaltungsstrafe. Diese beträgt beim ersten Mal 2000 und im Wiederholungsfall 5000 Euro.

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